Gemeindefahrt nach Ferryhill in den Osterferien 2007

 

Auch wir gehörten zu denen, die den letzten Schultag vor den Osterferien kaum erwarten konnten, denn für den Abend war unsere Abfahrt nach Ferryhill geplant. Mit einer Gruppe von 41 Personen, angeführt von unserer Pfarrerin Beate Rosenbaum-Kolrep,  starteten wir gegen 23.00 Uhr an der Friedenskirche. Wie bei allen bisherigen Ferryhillfahrten war die Gruppe wieder gut gemischt, Alte und Junge saßen im Bus und warteten auf die Dinge, die da kommen würden, und vertrieben sich die Zeit mit Spielen und Gesprächen.  Irgendwie ging es alles sehr schnell, ehe wir uns versahen, liefen wir mit der Fähre schon in den Hafen von Dover ein, es war aber noch recht dunkel am Samstagmorgen, und wir konnten nicht viel von den berühmten Kreidefelsen sehen.                                                                                                                    Unsere Busfahrerin Silke Schmidt steuerte den Bus sicher durch England und später auch durch Schottland, unser erstes Ziel auf der Hinreise war die alte Wikingerstadt Yorck mit ihrer schönen Altstadt und der berühmten Kathedrale, dem Yorckminster. Diesmal hatten wir das Glück und konnten Zeuge einer Hochzeit sein, die in der Kapelle der Kathedrale stattfand. Ein junger Leutnant heiratete eine wunderschöne Frau, alle Gäste waren so elegant gekleidet, dass man unweigerlich nach der Queen Ausschau hielt. Aber Yorck war auch die erste Portion „Fish and Chips“ auf jeden Fall für Mathias und Willi. Nach ein paar Stunden fuhren wir dann am Nachmittag weiter nach Ferryhill.                                                                                           Obwohl wir eigentlich zu früh da waren, wurden wir schon von Keith erwartet, der schnell die englischen Gastgeber über Telefon informierte. Die Begrüßung war wieder sehr herzlich, Freunde umarmten und küssten sich und auch die „Neuen“ wurden sehr freundlich aufgenom-men. Jeder spürte, dass diese Freundschaft etwas besonderes ist. Am Abend bei der Welcome-party erläuterte Keith uns das Programm für die nächsten Tage, ein Highlight nach dem anderen war geplant: ans Meer nach Southshields, Durham mit seiner wunderschönen Altstadt und Kathedrale, St. Pauls in Jarrow, Einladung beim Mayor,  Besichtigung der Theakston Brauerei, Forbidden Corner und als absoluter Höhepunkt Edinburgh. Die ganze Reise nun chronologisch zu erzählen, ist im Rahmen eines solchen Berichtes nicht möglich. Aber auf einige Einzelheiten möchten wir doch eingehen.

Erst einmal zum Wetter: es war während der ganzen Woche richtig gut. Es war meist etwas kühl aber sonnig und den einzigen leichten Regen erlebten wir im Bus auf der Hinfahrt nach Edinburgh.

Die Gottesdienste waren wieder sehr beeindruckend. Beim ersten Service am Sonntagmorgen spielte Andrew Allisson zum ersten Mal seit Wochen wieder die Orgel, er war extra für uns aus Hull gekommen. Beate hielt die Predigt zum Palmsonntag, dem Auftakt zur „Holy Week“ souverän  in Englisch, es gab Lesungen aus der englischen und deutschen Bibel und Keith und Willi verlasen und übersetzten einen Brief von Elisabeth Heemann. Wir dachten nicht nur in diesem Gottesdienst an unseren im letzten Jahr verstorbenen Freund Günter Heemann, dem die Partnerschaft sehr viel bedeutete und der  in Ferryhill viele Freunde hatte. In diesem Gottesdienst passierte so viel, zum ersten Mal wurden zwei „Freundschafts-Kerzen“ entzündet, die Claudia, Thomas und Nina gestaltetet haben. Die eine Kerze bleibt in St.Lukes in Ferryhill und die andere wird in der Friedenskirche in Rheinhausen stehen. Diese Kerzen werden als Zeichen unserer Freundschaft in unseren Kirchen leuchten.

Die Gastfreundschaft der Engländer ist einfach nicht zu übertreffen. Auch vom Bürgermeister wurden wir wieder zum Essen eingeladen. Zu diesem Anlass wurden natürlich auch einige Gruß- und Dankesworte gewechselt. Beate fiel es sichtlich schwer die Bürgermeisterin mit dem Titel „Herr Bürgermeister“ anzureden, aber so ist es zur Zeit noch in England.

Beim Ausflug nach Edinburgh wurden wir von John Lindsay begleitet. Auf der Hinfahrt fuhren wir auf der A68 durch die Borders, einer wunderschönen hügligen Landschaft. An den Grenzsteinen zwischen England und Schottland machten wir dann eine kurze Fotopause. Wir waren dann knapp vier Stunden in Edinburgh, wo viele aus der Gruppe erst mal eine Runde mit dem Sightseeingbus machten. Die Eindrücke von Edinburgh waren bei allen sehr unterschiedlich und insgesamt überwältigend: Edinburgh Castle, St.Giles Cathedrale, die Royal Mile, National Gallery of Scottland.  Es gibt so viel zu sehen, dass sich die meisten sicherlich vorgenommen haben, nach Möglichkeit einmal ein paar Tage oder noch länger in dieser Stadt zu verbringen, aber auch für die kurze Zeit hat es sich gelohnt.  Am Nachmittag fuhren wir dann an der Küste entlang zurück und hatten am frühen Abend bei strahlender Sonne noch einen gut zweistündigen Aufenthalt in dem Fischerort  Seahouses nicht weit entfernt von Holy Island. Als wir am späten Abend nach Hause kamen, hatten wir noch einen Drink mit unseren Gastgebern und schliefen danach gut.

Ein weiterer Höhepunkt der Reise war die Abschlussparty am Mittwochabend. Unsere Gastgeber hatten für uns nur das beste gekocht und so war das riesige Büffet ein kulinarischer Höhepunkt. Aber auch die vielen Begegnungen an diesem Abend waren wieder sehr beein-druckend. Es kamen einige von den Freunden, die wir bisher nicht gesehen hatten und nicht nur die jungen Leute sorgten für eine ausgelassene Stimmung auf der Tanzfläche. Wir trafen Holly wieder, die als 15 jährige vor ungefähr fünf Jahren unser Gast war. Wenn uns nicht ihre Schwester Hanna vorgestellt hätte, hätten wir sie vielleicht gar nicht erkannt, Holly ist heute Maschinenbauingenieurin und arbeitet für eine bekannte Teefirma. Thomas und Eddie verglichen ihre Kameras, sie besitzen unterschiedliche Modelle vom selben Kameratyp. Und auch Tom und June Barnes, enge Freunde von Günter, kamen, um „Hello“ zu sagen.  Es wurde an diesem Abend einfach richtig toll gefeiert und manch eine Teilnehmerin der Reise probierte für sie ungewöhnliche Getränke. Da für den nächsten Morgen unsere Rückreise anstand, haben wir es an diesem Abend mit dem Feiern leider nicht übertrieben.

Alle Freunde, die nicht arbeiten mussten, waren gekommen, um uns am Donnerstagmorgen zu verabschieden. Wie bei vorherigen Reisen nach Ferryhill kam bei uns wieder das Gefühl: „Wo ist eigentlich die Zeit geblieben? Sind wir nicht gerade erst angekommen?“  Wir haben gemeinsam sechs tolle Tage erlebt, oder waren es sieben?,  die von englischen und deutschen Freunden sorgfältig vorbereitet wurden. Wir wurden durch Keith und Beate  von einem Pfarrer und einer Pfarrerin betreut, die es verstehen, Menschen zu begleiten.

Nun freuen wir uns auf den nächsten Besuch unserer englischen Freunde in Rheinhausen, Keith wird ja schon im Mai als Gast der Stadt Duisburg zum Stadtfest  kommen, wir hoffen, dass in seinem Terminplan noch ein wenig Zeit für uns ist.  Der Termin für die Reise der Freunde aus Ferryhill nach Rheinhausen muss in den nächsten Wochen noch festgelegt werden.

Und nun noch eine letzte wichtige Information. Ein weiteres Ergebnis unserer Reise ist, dass wir nun über eine Internetadresse zur Partnerschaft zwischen der Gemeinde St.Luke und der Friedenskirchengemeinde verfügen: www.rheinhausen-ferryhill.com.  Björn hatte die gute Idee und hat sie gleich verwirklicht. Wer Lust hat, kann sich auch im Gästebuch der Partner-schaft verewigen oder sich einige Bilder unserer Reise ansehen. 

             

Willi und Christel Schuck