England-Partnerschaft

 

Wir treffen uns in der „Mitte“ oder: Wie plündern wir Paris aus?

 

Um es gleich vorweg zu sagen: Paris steht noch, und wenn von Ausplündern die Rede ist, dann hat eher umgekehrt die „Stadt an der Seine“ uns ausgeplündert, denn Paris ist ganz schön teuer!

Aber von Anfang an:

Vom 4. April bis zum 8. April, von Samstag bis Mittwoch, waren wir zu einer Partnerschaftsbegegnung mit unseren englischen Freunden aus Ferryhill in Paris. Achtzehn Personen, acht aus Ferryhill und zehn aus Rheinhausen, haben fünf schöne Tage miteinander verbracht: geredet, gegessen, durch die Stadt spaziert, gestaunt, besichtigt und nicht zuletzt gefeiert – nicht was Sie jetzt vielleicht denken (was denken Sie denn von uns?!), sondern Gottesdienste und eine „verkürzte“ Karwoche (Holy Week).

Gewohnt haben wir in einem kleinen protestantischen Hotel, dem Foyer Le Pont, das sich als Begegnungszentrum von Angehörigen protestantischer Kirchen in Europa versteht. Günstig gelegen  in der rue de Gergovie, Nummer 86, war das Hotel der ideale Ausgangspunkt für unsere Touren durch die Stadt und ebenso geeignet, um in einem kleinen Konferenzraum Andachten und Gottesdienste zu feiern.

Als wir aus Deutschland am Samstagnachmittag ankamen, waren die Engländer schon da, zum Teil waren sie schon ein paar Tage früher angereist. Nicht alle aus Rheinhausen und aus Ferryhill kannten einander, und so gab es erst mal eine kleine Vorstellungsrunde, bevor wir ins Quartier Latin aufbrachen, um dort ein Restaurant fürs Abendessen zu finden. Überhaupt war das Quartier Latin an allen folgenden Abenden der Treffpunkt, um uns nach den gemeinsamen oder verschiedenen Unternehmungen des Tages spätestens jetzt wieder zu versammeln und Verabredungen für den Rest des Tages (oder besser für den späten Abend bzw. die Nacht) zu treffen. So wanderten einige an diesem ersten Abend noch zum Eiffelturm und durften feststellen, dass sich die Strecke doch ganz schön lange zieht …

Der Palmsonntag begann mit einem gemeinsamen Abendmahlsgottesdienst, und wir erzählten uns gegenseitig, wie wir in unseren Gemeinden diesen Tag feiern. Außerdem wurde verabredet, dass wir, da es doch die Karwoche war, gemeinsam die Höhepunkte dieser „Heiligen Woche“ im Zeitraffer miteinander begehen wollten: Montag morgen eine Andacht zu Gründonnerstag, Dienstag morgen eine zu Karfreitag und Dienstag abend ein Gottesdienst zu Ostern. Zunächst war dieser Gedanke ein bisschen gewöhnungsbedürftig, den Ostersonntag vor dem eigentlichen Karfreitag zu feiern , aber schließlich war es doch schön, miteinander gedanklich durch diese Zeit zu gehen. Im Anschluss an den Gottesdienst am Sonntag machten wir uns aber erst mal auf zur Place de la Concorde, zu den Tuillerien, zum Museum in der Orangerie und dann zu einer Schiffchenfahrt auf der Seine, vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Zum Glück spielte auch das Wetter mit, das übrigens die ganzen Tage über, wie angekündigt, stabil und gut bis sonnig und warm blieb (die kleine Ausnahme mit ein bisschen Wasser von oben am Abreisetag wollen wir mal nicht erwähnen). Am Abend nach dem Essen teilte sich die Gruppe wieder nach Interesse und Kondition auf. Das Schöne dabei war, dass niemand sich zu etwas gezwungen fühlen musste, denn es gab ja kein straffes Besichtigungsprogramm, sondern die Begegnung zwischen den Freunden aus England und uns war das Wichtigste – und die klappte wie immer ganz hervorragend: Es waren immer gemischte Gruppen, die hierhin oder dorthin unterwegs waren oder die sich nach einem anstrengenden Tag auf den Weg „nach Hause“ ins Hotel machten.

Der Montag begann nach der Andacht mit einer Führung durch das protestantische Paris (naja, ich hab diese Führung schon besser erlebt, sorry), danach war der Mont Martre mit der Kirche Sacré Coeur das Ziel, wo wir das Gedränge der jungen Leute und im Künstler-Viertel auf uns wirken lassen konnten. Nach dem obligatorischen Treffen an der Fontaine St. Michel am Eingang zum Quartier Latin (Abendessen), machten sich einige dann noch mal auf den Weg zu Notre Dame – sehr schön im letzten Abendlicht – und dann weiter zum Arc de Triomphe. Und dann war auch der Montag schon wieder vorbei. Überhaupt: Die Tage in Paris sind unglaublich schnell vergangen und waren sehr schön und intensiv; Fazit: wiederholbar! Aber dazu komme ich noch.

Am Dienstag vormittag  wollten wir uns Notre Dame näher, d.h. auch von innen, anschauen, und die Schlange vor dem Eingang ließ sich viel schneller bewältigen als erwartet. Mein „Trüppchen“ fuhr dann in Richtung der Bürostadt im Westen von Paris, La Defense, rauf auf den Grande Arche (den großen Bogen), der dem Arc der Triomphe nachempfunden ist und der mit diesem und der Place de la Concorde eine optische Achse bildet (tolle Aussicht!) und danach wieder quer durch Paris – mit der Metro ist das ja zum Glück alles kein Problem – zum berühmten Friedhof Père Lachaise im Osten der Stadt. Unser Eindruck: Man kann ihn ja mal gesehen haben, aber begraben werden möchten wir hier nicht!

Und dann war es nach dem Abendessen auch schon wieder Zeit, zum Hotel zurück zu fahren, zu der „Osterandacht“ und zum Farewell-Evening, wie wir das üblicherweise nennen würden. Ein Rückblick auf die vergangenen Tage und Planungen für die Zukunft standen an diesem Abend im Mittelpunkt.

Wann sehen wir uns wieder? Zunächst mal würden die Konfis aus dem 2. Bezirk in der Woche nach Ostern nach Ferryhill kommen. Dann vielleicht auf dem Kirchentag in Bremen? Beim Gemeindefest vom 26. bis 28. Juni? Sicherlich bei der Begegnungsfahrt des area 51 mit Jugendlichen in den Herbstferien nach Ferryhill, dann natürlich in der Woche vor Ostern nächstes Jahr, wenn wir aus Rheinhausen wieder nach England fahren. Und vielleicht, bevor die Engländer dann wieder zu uns kommen, auch bei einem weiteren „Zwischentreffen“ wie jetzt in Paris, dann aber vielleicht in Berlin (womöglich zusammen mit unseren Partnern aus Treplin); oder in Prag (auch eine sehr schöne Stadt!) oder in Budapest oder in London, oder, oder, oder … Uns fällt bestimmt was ein!

Nach dem Frühstück am nächsten Morgen trennten sich unsere Wege dann wieder, zum Glück nur vorübergehend (siehe oben!). Aber natürlich gab es wie immer auch Tränen, denn:

Wir mögen uns schon sehr, wir Freunde aus Ferryhill und aus Rheinhausen.

Danke Euch Allen und bis bald!

 

Beate Rosenbaum-Kolrep   

 

P.S.: Wir empfehlen auch einen Blick auf die Homepage dieser Partnerschaftsbeziehung: www.rheinhausen-ferryhill.com , wo immer mal wieder Bilder oder Nachrichten von unseren Freunden zu finden sind.